Mittwoch, 9. Dezember 2009

Der geflügelte Bergführer - Rhododendron

Meine heutige Duftwahrnehmung:

Mit diesem Duft geht es hoch hinaus, aber auf ganz spannende Art. Es fühlt sich an als ob der Geist fliegen könnte, aber der Körper still und geerdet in Gelassenheit ruht.
Hohe Berge, massive Gebirgs-massen türmen sich um mich herum auf. Ich stehe auf dem Gipfel eines unglaublich hohen Berges, unter mir befinden sich Nebelschwaden, oben ist es ganz licht und hell, ein besonderer metallischer Schimmer bedeckt die karge Landschaft.
Von oben betrachtet sehen die Dinge anders aus, die Vogelperspektive bietet die Gelegenheit mit Abstand auf die Dinge zu blicken, Distanz zu gewinnen.
Manchmal geraten wir beruflich oder privat in Situationen hinein, die uns abhängig machen oder schädlich sind, was wir dann oft erst nach einiger Zeit ahnen oder bemerken.  Mit diesem Duft gelingt es sich aus den klebrigen Verstrickungen herauszulösen und die Situation zu übersteigen. Es geht darum erste Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Das Gefühl, einen riesigen Berggipfel erklimmen zu müssen wird mit diesem Duft leicht erträglich und jeder Schritt macht einen Sinn. Die Verbindung zu unserem höheren Selbst, das den Weg bereits kennt, wird wieder hergestellt.

Affirmation: Mit klarem Falkenblick Schritt für Schritt ins Glück!

Duft: Rhododendron, Rhododendron anthopogon, Nepal
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Gewinnung: Destillation

Hinweis: diese Schilderungen sind subjektive Eindrücke einer Dufterfahrung und erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch vertreten sie die allgemeine Lehrmeinung.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Wächter der Nacht - Wacholder

Meine heutige Duftwahrnehmung:


vor meinem inneren Auge betrete ich eine Landschaft der Stille. Weit und breit ist nichts zu sehen außer Raum und der Horizont, es ist Nacht, samtene Dunkelheit schmiegt sich um die Sterne und das Nichts. So müssen sich die magischen Nächte der Beduien in der Wüste anfühlen. Die Luft ist klar und rein und man ist auf sich selbst zurück geworfen. Es gibt nichts womit man sich ablenken könnte, aus der Dunkelheit steigen Gestalten heraus und verschwinden wieder. Es ist so still, totenstill, unheimlich und gleichzeitig faszinierend und vertraut.

Dieser Duft öffnet ein Tor zur Schattenwelt, zu den eigenen Wünschen, auf deren Erfüllung man hofft und diese zugleich zu verhindern weiß. Hier wohnt das Widersprüchliche, das Unsagbare, das Geheimnis. Indem man durch das Tor des Wächters der Nacht schreitet und durch die Schatten hindurch geht erfährt man Klärung und Läuterung, am Ende nichts als Stille und Seelenruhe, tiefe Zufriedenheit und Wissen. Dieser Duft hat eine starke transformierende Kraft. Wenn ich eines Tages dieser  intensiven Stille nicht mehr entfliehen möchte, werde ich eine weise Frau oder tot sein.

Ich stelle mir vor, dass dieser Duft zur Auseinandersetzung mit Tod, Trauer, tiefer Verzweiflung und den eigenen Schattenseiten ein stablier und wertvoller Führer sein kann. Ebenso trägt dieser Duft zur Klärung existenzieller Krisen bei. Dieser Duft kennt die Abgründe der Menschheit und weiß deshalb auch einen Ausweg.

Mittwoch, 4. November 2009

Feuer des Herzens - Zimt


Meine heutige Duftwahrnehmung:

Es gibt eine Kraft die tief im Herzen wohnt. Diese Kraft ist immer da, das Feuer des Herzens: es brennt unabhängig von Status, Macht und Erfolg. Es ist das Licht, das für uns in der Dunkelheit leuchtet. Es ist die Wärme, durch die wir Liebe empfinden, empfangen und weiter geben. Es ist der Funke der Hoffnung, der tief im Herzen glüht.
Das Herz fühlt sich frei, weit und warm an und ist zu jeder Wohltat fähig.
Dieser Duft vermag ein kaltes Herz zu erwärmen, so dass es wieder Freude am Leben haben mag. Er weckt Mitgefühl, Demut und Nächstenliebe.

Affirmation: Mein Herzensfeuer wärmt mich!

Duft: Zimtrinde, Cinnamomum ceylanicum, Sri Lanka
Verwendete Pflanzenteile: Rinde
Gewinnung: Destillation

Hinweis: diese Schilderungen sind subjektive Eindrücke einer Dufterfahrung und erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch vertreten sie die allgemeine Lehrmeinung.

Freitag, 23. Oktober 2009

Gemeinschaft der Blätteraugen - Teebaum


Duftwahrnehmung vor dem inneren Auge:

Dieser Duft hat mich länger als nur einen Tag oder eine Stunde beschäftigt. Beim Riechen erlebe ich den Duft als Waldduft, es riecht nach Bäumen, aber nicht wie in unseren heimischen Wäldern. Weniger erdig und moosig, sondern mehr zitronig, herb.
Ich gehe auf den Waldrand zu und sehe elegante schmale Baumstämme und dazwischen zahllose grüne schmale Blätter in verschiedenen Grüntönen, die vielen feinen Blätter bilden ein vom Sonnenlicht durchbrochenes Blätternetz.
Als ich nur noch weinge Meter vom Wald entfernt bin, fühle ich mich plötzlich gehemmt und muss stehen bleiben, so als hätte ich eine unsichtbare Schwelle überschritten. Als ich im nächsten Moment in den Wald hineinblicke sehe ich, dass alle Blätter ihre Augen geöffnet haben und mich eindringlich ansehen. Ich stehe vor einer Wand aus Augen, die mich alle gleichzeitig ansehen. Es ist fast unerträglich, obwohl die Augen nichts weiter machen als mich ruhig und friedlich anzublicken! Aber es sind so viele Blicke aus so vielen Augen! Jeder Eindringling muss hier aufgeben, aber die Besucher dürfen weiter gehen, so wie ich.
Es ist ein erhebender Moment zusammen mit den Blätteraugen vom Inneren des Waldes nach draußen schauen zu dürfen und gemeinsam mit all diesen Augen sehen zu dürfen. Sie leihen mir ein wenig von ihrem Weitblick, ihren vielfältigen Perspektiven, ihrer Klarheit und ich erkenne dass die vielen einzelnen Augen ihre Sicht der Dinge zusammentragen und so ein großes Ganzes aus der betrachteten Sache wird.
Ich denke an das Symbol des Auges gegen den bösen Blick und an zahlreiche Redewendungen, die mit dem Sehen zu tun haben. Dabei fällt mir folgendes wieder ein: "Schönheit liegt im Auge des Betrachters." Wenn man es genau nimmt, dann liegt das ganze eigene Leben im Auge des Betrachters. Und dieser Duft unterstützt dabei, den Standpunkt einmal zu wechseln, sich die Dinge von allen Seiten anschauen zu können und sie mit anderen Augen zu sehen. Der Häuptling der Blätteraugen sagt mir immer wieder einen Satz: Ich bin viele!
In diesem Duft steckt der Sinn von Gemeinschaft und dem Gedanken, dass die Vielfalt stark macht.

Affirmation: Ich sehe die Welt mit anderen Augen! Ich sehe klar und deutlich!

Duft: Teebaum, Melaleuca alternifolia, Australien
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Gewinnung: Destillation

Hinweis: diese Schilderungen sind subjektive Eindrücke einer Dufterfahrung und erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch vertreten sie die allgemeine Lehrmeinung.

Freitag, 18. September 2009

L'Etang noir - der schwarze Weiher

Es gibt Orte, die scheinen wie verzaubert, durch und durch belebt und mystisch. Neben Farnen und wilden Beeren sind die Bäume über und über mit Flechten und Efeu behangen. Das Licht ist weich und hell. Ich war da am schwarzen Weiher in Aquitanien und fand die bezaubernde Ruhe der wilden Natur.

Hier gehts jetzt mit neuen Impressionen weiter mit dem Aroma Journal...




Wer auch mal hin will, hier der Link

Sonntag, 23. August 2009

Die große Erdmutter - Galbanum

Meine heutige Duftwahrnehmung:

Einmal eingeatmet und im nächten Moment bin ich in Mittelerde. Der Geruch von feuchter, fruchtbarer und nährender Erde umfängt mich und hüllt mich ein.
Ich habe das Gefühl in einem unterirdischen Erdgang zu sein, der direkt zum Mittelpunkt der Erde führt. Es scheint zunächst sehr leicht zu sein, nach innen vorzudringen, das Innen zu erkunden. Warme, geschützte und gesicherte Erdhöhle.
Aber mit der Zeit scheint der Weg weit, wie lange muss ich noch durch diesen Erdgang wandern? Alle Organe im Körper scheinen in Richtung Erde nach unten zu sinken, sogar unter den mich tragenden Boden: Schwere, fast unerträglich!
Gerade als ich gegen die Schwere der Glieder aufbegehre, kommt die Überraschung. Urplötzlich wandelt sich das Erdaroma hin zu einem vielschichtigen, zitronigen, würzigen und sanften Aroma. Ich gehe von der Schwere hin zur Leichtigkeit und sehe, dass der Erdgang mich an einen hellen, warmen und freundlichen Ort geführt hat. Fast kommt es mir so vor, als hätte der Duft meine Toleranzgrenze ausgetestet, im letzten Moment kam die Erlösung.
Die, die nicht frühzeitig aufgeben nach innen zu gehen, werden also von diesem Duft belohnt!
Der Ort ist heilig, die große Erdmutter ist dort zuhause. Sie schützt, nährt und heilt diejenigen, die den beschwerlichen Weg zu ihr nicht scheuen. Wieder habe ich das Gefühl von Innen, aber auch von einer engen Begrenzung, einer Erdkuhle, die für mich reserviert ist, für meine Verwandlung. Ob ich mich tatsächlich dort hinein lege steht auf einem anderen Blatt.
Zusammenfassend habe ich den Eindruck dieser Duft geht nach Innen, also auch unter die Haut und will etwas zum Besseren transformieren. Der Duft hat Zeit und kann sich sicherlich auch um lange zurück liegende Ereignisse kümmern, die vom tiefsten Inneren nach Außen kommen müssen, um zur Heilung beizutragen. Dinge, die längst vergessen scheinen, haben tiefsitzende Wunden oder nicht heilende Wunden geschlagen, die vergessen sind. Die große Erdmutter kennt alle Wunden und wohnt im tiefsten Inneren, also in nächster Nähe.


Affirmation: Ich trete die Reise zum Mittelpunkt meiner selbst an!

Duft: Galbanum, Ferula galbaniflua, Iran
Verwendete Pflanzenteile: Harz
Gewinnung: Destillation

Hinweis: diese Schilderungen sind subjektive Eindrücke einer Dufterfahrung und erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch vertreten sie die allgemeine Lehrmeinung.

Montag, 17. August 2009

Die reinigende Schlangenenergie - Tulsi

Meine heutige Duftwahrnehmung:

zuerst bin ich erfreut über einen frischen Dufteindruck, der sich nach weiteren 20 Sekunden als sehr eindrücklich und nachhaltig erweist. Es strengt mich an wie sich der Duft durch meinen Körper wälzt. Beginnend direkt unter meiner Schädeldecke arbeitet sich der Duft Stück für Stück vor, passiert sämtlich Verdauungsorgane aber auch sämtliche Energiezentren meines Körpers. Wie eine Lumpensammlerin nimmt dieser Duft alles mit, was sich unrechtmäßig und zäh, träge und klebrig in meiner Blutbahn aufhält. Man könnte auch sagen es handelt sich um ein energetisches Reinigungsprogramm.

Dies fühlt sich in etwa so an als würde sich eine große grüne fröhlich leuchtende gutartige Schlange durch den Körper schlängeln und großzügig ihre heilende Schlangenkraft verteilen. Die Schlange ist in vielen Kulturen ein Symbol für intuitive Weisheit, Verbindung zwischen Himmel und Erde, Energieträgerin des Feuers, sie ist Symbol für die Entfaltung der kosmischen Energie. Nicht zuletzt steht die Schlange durch ihren Häutungsprozess auch für Veränderung und Transformation.

Die Schlange sieht aber auch in ein dunkles Herz und erkennt Toxisches. In Gestalt dieses Duftes macht sie Giftiges unschädlich, unterzieht den Menschen einer Tiefenreinigung auf allen Ebenen menschlichen Seins. Die Heilung erfolgt durch Lösung von Blockaden, von Unverdautem und reduziert auf das Wesentliche. Dieser Prozess führt zu einem Gefühl der Reinheit und Klärung und kann in der Phase der Reinigung durchaus als anstrengend, schlauchend und zäh erlebt werden.

Dieser Duft ist gut geeignet um Körper, Geist und Seele zu reinigen, in Zeiten in denen man mehr erlebt als man verarbeiten kann, in Phasen der Überforderung, bei Anhäufen von Ballast in Form von Spannungen, die sich im Körperlichen zu manifestieren drohen. Dieser Duft ist gut für eine kurmäßige Anwendung zur Entgiftung geeignet.

Sehr sparsame Dosierung wird empfohlen!

Affirmation: Wohltuende Reinigung schenkt mir neue Kraft!
Ich trinke aus der Quelle intuitiver Weisheit!

Duft: Tulsi, Ocimum sanctum, Nepal
Verwendete Pflanzenteile: Blatt
Gewinnung: Destillation

Hinweis: diese Schilderungen sind subjektive Eindrücke einer Dufterfahrung und erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch vertreten sie die allgemeine Lehrmeinung.